Warum die Münchner Sicherheitskonferenz dieses Jahr so wichtig war

10/22/2019

Die Münchner Sicherheitskonferenz lockt jedes Jahr im Februar etwa 500 Experten und Regierungsmitglieder aller Länder der Welt an. Unter ihnen befinden sich größtenteils Verteidigungsexperten, Minister, manche Staatschefs und auch externe Berater.

Alle sammeln ihr Wissen über die Sicherheit der Welt und ihrer Länder und schaffen Pläne für die Zukunft, damit in mehr Regionen Frieden gesichert werden kann. Dabei geht es oft zu wie in einem Escape Room, denn man muss unglaublich viele Fakten kombinieren, abwägen, Folgen vorhersehen und am Ende die richtige Entscheidung treffen. Und das unter Zeitdruck, denn die Konferenz dauert nur ein paar Tage. Was in der Zeit nicht erledigt werden kann, bleibt häufig liegen. Dieses Jahr gab es einen besonderen Gast: Greta Thunberg. Schließlich bedeutet Sicherheit der Welt nicht nur militärische Sicherheit, sondern auch die Sicherheit vor einer Klimakatastrophe, gegen die die junge Schwedin eben ankämpfen will. 

Angela Merkels Aussage

Ein wichtiger Beitrag jeder Münchner Sicherheitskonferenz ist die Rede von Angela Merkel, schließlich ist sie nicht nur die mächtigste Frau der Welt, sondern auch die Regierungschefin des Gastgeberlandes. Dieses Jahr ging es wie immer um außenpolitische und sicherheitspolitische Themen, doch dank der Bewegung Fridays for Future, die von Greta Thunberg gegründet worden war, geriet auch die Klimapolitik mehr in den Fokus, als sonst üblich. Dabei sagte Merkel etwas, das die Klimaaktivisten auf die Palme brachte. 

Fridays for Future ist sehr schnell sehr beliebt geworden. Findet Merkel, dass es zu schnell sei?

Sie war der Meinung, dass Fridays for Future nicht einfach so durch die Arbeit einer einzelnen jungen Frau entstanden sei, sondern dass es „äußere Einflüsse“ gegeben haben musste. Dabei spielte sie auf die jüngsten Einflüsse russischer Trolle in sozialen Medien an, die auch bei US-Wahlen für Desinformation gesorgt haben sollen. Merkel glaubt nicht, dass es einfach einer Meinung der jungen Generation zu verdanken sei, dass Fridays for Future so erfolgreich Schulstreiks betreiben, denn „dass plötzlich alle deutschen Kinder – nach Jahren ohne jeden äußeren Einfluss – auf die Idee kommen, dass man diesen Protest machen muss, das kann man sich auch nicht vorstellen“, so die Bundeskanzlerin.

Kurze Zeit später kommentierte der Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter, dass das nicht so gemeint sein soll. Er meinte, Greta Thunbergs Erfolg sei ein „Beispiel für die Mobilisierung durch Kampagnen im Netz“ und dass Angela Merkel es durchaus gut finde, wenn sich Schüler wegen der Globalen Erwärmung Sorgen machten. 

Je mehr fürs Klima auf die Straße gehen, desto mehr gerät die Politik unter Druck.

Die Reaktion von Fridays for Future

Greta Thunbergs Reaktion brachte es auf den richtigen Punkt: es kann schon mal vorkommen, dass jemand einen Satz so formuliert, dass er anders als erwünscht rüberkommt. Allerdings zeige Merkels Aussage immer noch das Kernproblem, das es zu oft in der Klimadebatte gibt. Es ging Merkel nur darum, anzumerken, wie viele sich für die Verhinderung der Globalen Erwärmung einsetzten. Die eigentliche Botschaft dahinter wurde komplett ignoriert. Als wäre das nicht genug, bestätigte die schwedische Jugendliche, dass es sehr wohl einen „äußeren Einfluss“ gebe: nämlich all die Staats- und Regierungschefs, die seit Jahren von dem Problem wissen aber tatenlos zusehen und lieber die Industrie fördern, als etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen. 

Greta Thunberg will erreichen, dass die Globale Erwärmung gestoppt wird, damit wir alle ein gutes Leben haben können.

Es ist klar, dass man das Problem der Globalen Erwärmung nicht über Nacht lösen kann, aber man muss die Politik in die richtige Richtung weisen. Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung möchte, dass der Klimawandel  bekämpft wird, also muss die Regierung sich daran anpassen, oder es wird eng bei der nächsten Wahl. Und da auch das amerikanische Verteidigungsministerium, das Pentagon, die Globale Erwärmung als eine „Gefahr für die nationale Sicherheit der USA“ sieht, kann man gut dmait rechnen, dass die Münchner Sicherheitskonferenz auch in den kommenden Jahren über das Thema sprechen wird. 

Lösungen zu finden, wird sehr schwer sein, denn man muss wie in einem Escape Game sehr, sehr viele Faktoren kombinieren, Geheimnisse lüften und jedem eine Chance geben. Denn ein Wissenschaftler zum Beispiel mag keine Ahnung von und Politik haben, hat aber das analysierte Wissen zur Globalen Erwärmung, mit dem dann die kreativen Köpfe der Politiker handeln müssen. Wenn ihr selbst gerne Probleme löst, schaut einfach beim Escape Room München vorbei.